Leistungsgruppen

Die Organisationsstruktur der ZAS besteht einerseits aus den Leistungsgruppen, die für die Bereitstellung der Leistungen verantwortlich sind, und andrerseits aus Stabsfunktionen für das Unternehmensmanagement (Personalwesen, Finanzen, Kommunikation usw.).

Die Gruppen verwalten die Leistungen für Versicherte, Partner und Mitglieder. Diese Struktur ermöglicht es, die Aufgaben und Aktivitäten der ZAS nach dem vom Bund festgelegten Budget zu organisieren und dient damit als Grundlage für die Unternehmensführung.

Leistungsgruppe 1: Zentrale Leistungen

Diese Leistungen umfassen die Aufgaben, die zentral vom eidgenössischen Sozialversicherungssystem der 1. Säule ausgeführt werden müssen. Es handelt sich um:

  • die Führung und Konsolidierung der AHV/IV/EO-Rechnungen
  • die Verwaltung des Geldverkehrs
  • die Verwaltung der Zentralregister
  • und die internationale Verwaltungshilfe

Geldflüsse in der 1. Säule

Die ZAS regelt die Geldflüsse von und zu den Ausgleichskassen. Die eingehenden Flüsse – bestehend aus den Beiträgen und den Zuwendungen der öffentlichen Hand –  beliefen sich für das Jahr 2018 auf 57,4 Milliarden Franken. Die ausgehenden Flüsse, d. h. die den Ausgleichsstellen für die Auszahlung der Leistungen und der Zuschüsse auf nationaler Ebene zur Verfügung gestellten Mittel, beliefen sich auf 59,6 Milliarden Franken.

Weiterentwicklung der Zentralregister
Die Zentralregister der 1. Säule sind Datenbanken mit wichtigen Informationen unter anderem über die in der Schweiz lebende Bevölkerung und die Empfänger und Empfängerinnen von Renten oder Zuschüssen des Bundes.

Heute werden 97,5 % der Meldungen automatisch bearbeitet. Die sich derzeit in der Endphase befindliche Überarbeitung des UPI-Registers (Unique Person Identification) wird eine Erhöhung dieses Prozentsatzes und eine gesteigerte Effizienz der manuellen Bearbeitung ermöglichen. Dabei wird auch die Möglichkeit der Generierung sektorieller Nummern eingeführt – angelehnt an die 13-stellige AHV-Nummer (AHVN13). Die erste praktische Anwendung wäre die Zurverfügungstellung einer Nummer für die elektronischen Patientenakten.

Auch das Register der Sachleistungen entwickelt sich weiter. Wichtige Entwicklungen betreffend die Bearbeitung der individuellen AHV/IV-Rechnungen stehen kurz vor dem Abschluss. Sie werden zu einer Optimierung der Rechnungsflüsse zwischen den IV-Stellen und der ZAS führen. Diese Digitalisierung wird auch die Zeichenerkennung (OCR) und die Datenerfassung (SUMEX OLE) beinhalten. Der Anteil der Papierrechnungen (derzeit fast 60 %) und die manuelle Erfassung der Rechnungen sollte daher abnehmen.

Das Ergänzungsleistungenregister ging am 1. Januar 2018 in Betrieb. Die kantonalen Daten werden monatlich gesammelt und ihre Plausibilität wird mithilfe von mehr als 100 Regeln überprüft. Die Daten werden inbesondere zur Berechnung des Bundesanteils an den Ergänzungsleistungen verwendet.

Internationale Verwaltungshilfe
Die internationale Verwaltungshilfe (IVH) bearbeitet einerseits die Einreichung, Koordinierung und Kontrolle der Rentenanmeldungen von in der Schweiz wohnhaften Versicherten, die ein Recht auf ausländische Leistungen geltend machen. Künftig werden die Ausgleichskassen und IV-Stellen alle Anträge auf elektronischem Weg, mittels Webportal SWAP (Swiss Web Application Pension), übermitteln.

Leistungsgruppe 2: Beiträge und Leistungen der Schweizerischen Ausgleichskasse

Die Schweizerische Ausgleichskasse (SAK) verwaltet die AHV-Leistungen für im Ausland wohnhafte Versicherte und sie entscheidet über den Anschluss berechtiger Personen zur freiwilligen AHV/IV-Versicherung. Sie prüft die Rentenanmeldungen und zahlt die zustehenden Leistungen.

Im Jahr 2018 wurden 61 718 neue Anmeldungen auf AHV-Leistungen eingereicht und monatlich 920 763 AHV-Renten ausgezahlt. Ende 2018 waren 13 075 Personen an die freiwillige Versicherung angeschlossen.

Annualisierung der Rentenzahlungen

Seit dem 2. Mai 2018 werden neue Renten, die 10 % oder weniger der minimalen Vollrente betragen, d. h. gleich oder weniger als 118 Franken pro Monat, automatisch einmal jährlich ausgezahlt, dies um den Verwaltungsaufwand zu senken und das Leben der Versicherten zu vereinfachen.
Für die laufenden monatlichen Renten, die dieses Kriterium erfüllen, wurde in einer Mitteilung an 5400 Leistungsberechtigte in elf Ländern die Umwandlung in eine jährliche Auszahlung vorgeschlagen.

Beiträge zur freiwilligen Versicherung
Ende 2018 zahlten weltweit 13 075 Personen in die freiwillige Versicherung ein, im Vergleich zu 13 527 Ende 2017. Dieser – in den letzen Jahren kontinuierliche – Rückgang erklärt sich grossteils durch die strengen Beitrittsbedingungen.

AHV-Leistungen
Die Zahl der im Ausland lebenden Personen, die eine AHV-Leistung erhalten, ist in 5 Jahren um 8,5 % gestiegen und hat 2018 erstmals die Schwelle von 900 000 überschritten (920 763). So wurden 2018 im Vergleich zu 2014 monatlich 72 415 zusätzliche Renten ausgezahlt. Diese Entwicklung erklärt sich durch die Erhöhung der Lebenserwartung, aber auch durch die steigende Anzahl der Rentnerinnen und Rentner, die im Ausland ansässig sind.  

Die Anzahl der Leistungsgesuche und der provisorischen Berechnungen blieb stabil und schwankt um 62 000 bzw. 11 700 pro Jahr.

Leistungsgruppe 3: Leistungen im Bereich Invalidität

Die IV-Stelle für Versicherte im Ausland (IVSTA) verwaltet die IV-Akten der im Ausland wohnhaften Versicherten. Sie prüft die Leistungsgesuche, führt die notwendigen Überprüfungen und Gutachten durch, berechnet und bezahlt die fälligen Leistungen.

Überprüfung der Teilrenten
Eine neue Rechtsprechung hat dazu geführt, dass alle im Jahr 2018 gewährten Teilrenten nach dem neuen Berechnungsmodell der gemischten Methode angepasst wurden. Dies betrifft ungefähr 500 Versicherte mit einer Teilzeit-Erwerbstätigkeit.

Optimierung des Rechnungsflusses zwischen den IV-Stellen und der ZAS
Der Rechnungsfluss zwischen den IV-Stellen, inkl. der IVSTA, und der ZAS wurde optimiert. So war es möglich, Papierkorrespondenz abzuschaffen und den Austausch mit der Abteilung zu erleichtern, die für die Bezahlung der Rechnungen für Sachleistungen zuständig ist. Mehr Details zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt Zentrale Leistungen, Weiterentwicklung der Zentralregister.

IV-Leistungen
Im Jahr 2018 wurden monatlich 42 369 IV-Renten an Bezugsberechtigte im Ausland ausgezahlt.

Das Volumen ist in den letzten Jahren leicht gesunken. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Anzahl der Neurenten unter der Anzahl der Personen liegt, die das Rentenalter erreichen, und diese somit von der AHV abgedeckt wird. Die Situation hat sich im Jahr 2018 etwas stabilisiert.

Darüber hinaus wurden im Jahr 2018 fast 6000 Leistungsanträge und 5000 Revisionen bearbeitet.

Leistungsgruppe 4: Beiträge und Leistungen der eidgenössischen Ausgleichskasse

Die Eidgenössische Ausgleichskasse (EAK) erhebt die Versicherungsbeiträge an AHV/IV/EO/ALV/FZ/MUV bei der Bundesverwaltung sowie den bundesnahen Institutionen und richtet die entsprechenden Leistungen aus. Sie führt ausserdem eine Familienausgleichskasse für die Bundesverwaltung und die übrigen angeschlossenen Unternehmen.

Zufriedenheitsumfrage
Es wurde eine Umfrage bei den an die ZAS angeschlossenen Arbeitgebern durchgeführt. 93,4 % von ihnen gaben an, mit den Dienstleistungen der EAK und der Familienausgleichskasse (FAK-EAK) zufrieden oder sehr zufrieden zu sein. Die verschiedenen in diesem Rahmen gesammelten Vorschläge, insbesondere zur Webseite, wurden übernommen und werden umgesetzt.

Entwicklungen betreffend die FAK-EAK
Aufgrund verschiedener Änderungen in der kantonalen Finanzierung der Familienzulagen, insbesondere der Einführung eines Lastenausgleichs im Kanton Bern, musste die FAK-EAK die Beitragssätze überarbeiten und die kantonalen Kassen darüber informieren.

Zur Sicherstellung einer optimalen Nutzung der Instrumente für den Datenaustausch hat die FAK-EAK eine Betreuung der Arbeitgeber sichergestellt, welche diese übernommen haben.

Paritätische Beiträge
Nach einer langen Wachstumsphase sank die von den angeschlossenen Arbeitgebern eingezahlten AHV/IV/EO/ALV-Beiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) im Jahr 2018 um 2,9 % auf 1,46 Milliarden Franken.

AHV/IV-Leistungen
Der Abwärtstrend der letzten Jahre ist 2018 erstmals wieder einem sehr leichten Anstieg der Anzahl der AHV-Renten gewichen. Wir sehen die ersten Auswirkungen des Babybooms, bei dem die damals geborenen Kinder nun das gesetzliche Rentenalter erreichen.

Im IV-Bereich setzt sich der Rückgang der Rentenanzahl fort, wenn auch in geringerem Masse.

Familienausgleichskasse
Die Anzahl der an die Versicherten ausgezahlten Leistungen ist seit fünf Jahren stabil. Im Jahr 2018 waren es 73 595 Leistungen in der Höhe von insgesamt 218 Millionen Franken.


Letzte Änderung 11.06.2019

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